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              德語小說:金銀島-Auf Ehrenwort

              時間:2010-11-05來源:互聯網 字體:[ | | ]  進入德語論壇
              (單詞翻譯:雙擊或拖選) 標簽: Ehrenwort

              Wir erwachten alle, auch unsere Wache, als eine kräftige Stimme vom Rand des Waldes rief: "Blockhaus ahoi! Hier ist der Doktor."

               



              Es war wirklich der Doktor. Obwohl ich mich freute, seine Stimme zu hören, war mir unwohl bei dem Gedanken an mein ungehorsames Betragen. Ich sah, wohin es mich geführt hatte, in welche gefährliche Lage und unter welche Gesellschaft. Ich schämte mich, ihm ins Gesicht zu sehen.

              "Ihr seid es, Doktor! Einen schönen guten Morgen", rief Silver, der sofort hellwach war. "Georg, hilf dem Doktor über die Reling! Eure Patienten sind alle wohlauf, sie sind alle frisch und munter. Wir haben auch eine hübsche Überraschung für Euch, Doktor", fuhr er fort. "Wir haben einen kleinen Besucher hier, der quietschfidel ist. Geschlafen hat er die ganze Nacht längsseits vom John."

              Doktor Livesey hatte inzwischen die Palisaden überklettert und fragte: "Doch nicht etwa Jim?"

              "Gerade Jim, und so, wie er immer war", antwortete Silver.

              Der Doktor blieb wie angewurzelt stehen und sagte kein Wort. Es dauerte einige Sekunden, ehe er weitergehen konnte.

              "Gut, gut", sagte er schließlich, "erst die Arbeit und dann das Vergnügen. Wollen wir uns die Patienten ansehen." Einen Augenblick später betrat er das Blockhaus, nickte mir grimmig zu und begann mit der Untersuchung der Kranken. Er schien sich nicht zu fürchten, obwohl er wissen musste, dass sein Leben unter diesen verräterischen Teufeln an einem Haar hing. Er, aber auch die Kranken verhielten sich so, als wäre er noch immer Schiffsarzt und sie noch immer treue Matrosen.

              "Schön", fügte er hinzu, nachdem er alle versorgt hatte, "das wär' s für heute. Und jetzt hätte ich gern mit dem Jungen da gesprochen."

              Georg fluchte laut: "Nein!"

              Da schlug Silver mir der flachen Hand auf das Fass. "Ruhe!", brüllte er und schaute wie ein Löwe um sich. "Doktor", fuhr er dann in seinem gewöhnlichen Ton fort, "ich habe schon daran gedacht, denn ich weiß, dass Ihr den Jungen gut leiden könnt. Hawkins, willst du mir als junger Gentleman dein Ehrenwort geben, dass du uns nicht durchbrennst?"

              Bereitwillig gab ich das verlangte Versprechen.

              "Dann, Doktor, geht hinaus und steigt über die Palisaden. Wenn Ihr dort seid, werde ich Euch den Jungen hinunter an die Innenseite bringen. Ich schätze, Ihr könnt mit ihm durch die Ritze reden."

              Als der Doktor das Haus verlassen hatte, brach die Entrüstung der anderen los. Sie beschuldigten ihn, ein doppeltes Spiel zu spielen, die Interessen seiner Verbündeten zu verraten und für sich selbst einen Separatfrieden abzuschließen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie er ihren Ärger besänftigen wollte. Aber er war ihnen weit überlegen. Er behauptete, es sei notwendig, dass ich mit dem Doktor spreche und hielt ihnen die Karte unter die Nasen. Er sagte, dass er die Abmachung erst später brechen will und bis dahin den Doktor an der Nase herumführt.

              Mit seiner Hand auf meiner Schulter gingen wir hinaus und ließen die anderen verwirrt zurück. Mit seiner Redekunst hatte er sie zum Schweigen gebracht.

              Langsam gingen wir hinunter zu der Stelle, wo der Doktor uns auf der anderen Seite der Palisaden erwartete. "Ihr werdet Euch das alles merken", sagte er zum Doktor. "Der Junge wird Euch erzählen, wie ich ihm das Leben gerettet habe und dafür sogar abgesetzt wurde. Doktor, wenn ein Mann so hart am Wind steuert wie ich und mit jedem Atemzug seinen Hals riskiert, dann ist es doch nicht zu viel verlangt, ein gutes Wort für ihn einzulegen? Es geht jetzt nicht nur um mein Leben, sondern auch um das des Jungen. Darum gebt mir ein gutes Wort, Doktor, und ein wenig Hoffnung für die Zukunft."

              Silver hatte sich vollständig verändert, seit er hier draußen war. Seine Wangen schienen eingefallen, und seine Stimme zitterte. Nie vorher hatte er so ernst gesprochen.

              "Aber John, Ihr habt doch nicht etwa Angst?" fragte Doktor Livesey.

              "Doktor, ich bin kein Feigling, aber ich gebe ehrlich zu, dass ich zittere, wenn ich an den Galgen denke. Ihr seid ein guter und ehrlicher Mann, und Ihr werdet nicht vergessen, was ich Gutes getan habe, ebenso wenig wie Ihr das Böse vergessen werdet, das weiß ich. Ich lasse Euch jetzt mit Jim allein. Ihr werdet Euch auch das merken, denn es ist viel, was ich da für Euch tue."

              Mit diesen Worten ging er ein kleines Stück zurück, bis er außer Hörweite war. Hin und wieder schaute er nach mir und dem Doktor und manchmal auch nach seinen Gefährten am Blockhaus.

              "Jim", begann der Doktor mit trauriger Stimme, "da bist du also wieder. Was du dir eingebrockt hast, das sollst du auch auslöffeln, mein Junge. Es war feige von dir fortzulaufen."

              Bei diesen Worten begann ich zu heulen. Ich bat den Doktor, mir keine Vorwürfe zu machen, da ich mir selbst schon genug gemacht hatte. Aber ich sagte auch: "Ich wäre jetzt schon tot, wenn sich Silver nicht für mich eingesetzt hätte. Ich fürchte mich vor dem Tod, aber noch mehr fürchte ich mich davor, wenn sie mich foltern."

              Da unterbrach mich der Doktor: "Jim, spring über den Zaun, und wir laufen davon."

              "Doktor", entgegnete ich, "ich habe mein Wort gegeben."

              "Ich weiß", rief er. "Das können wir jetzt nicht ändern, Jim. Ich kann dich einfach nicht hier lassen. Spring doch! Ein Satz, und du bist draußen. Wir werden wie die Antilopen davonrennen."

              "Nein", antwortete ich. "Ihr wisst nur zu gut, dass Ihr es selbst auch nicht tun würdet. Silver vertraut mir. Ich habe mein Wort gegeben und werde deshalb nicht gehen. Aber, Doktor, Ihr habt mich nicht zu Ende reden lassen. Wenn sie mich foltern, kann es sein, dass ich ihnen verrate, wo das Schiff ist, denn ich habe das Schiff genommen. Es liegt in der Nordeinfahrt, am südlichen Ufer, gerade unter Hochwasser. Bei Ebbe muss es trocken liegen."

              Ich erzählte dem Doktor das ganze Abenteuer, und er hörte mir schweigend zu. Dann bemerkte er: "Das ist eine Fügung des Schicksals. Immer bist du es, der uns das Leben rettet. Glaubst du, wir lassen zu, dass du das deine verlierst? Du hast die Verschwörung entdeckt, und du hast Ben Gunn gefunden. Das war die beste Tat deines Lebens!"

              Denn sprachen Silver und der Doktor noch ein paar Worte miteinander. Der Koch nutze die Gelegenheit, die Fragen zu stellen, die ihn so sehr bewegten: "Was habt Ihr vor? Warum habt Ihr das Blockhaus verlassen? Warum habt Ihr mir diese Karte gegeben? Ich weiß darauf keine Antwort."

              Darauf erwiderte der Doktor: "Ich will Euch ein wenig Hoffnung geben, Silver. Wenn wir beide lebendig aus dieser Falle herauskommen, so werde ich alles tun, um Euch zu retten. Als zweites Zugeständnis möchte ich Euch einen guten Rat geben: Haltet den Jungen immer bei Euch, und wenn Ihr Hilfe braucht, dann ruft. Ich gehe jetzt fort, um Euch Hilfe zu suchen. Auf Wiedersehen, Jim!"

              Damit verschwand der Doktor mit schnellen Schritten im Wald.

               

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